Wildbienen

In Deutschland leben rund 580 Arten von Wildbienen, die anders als die bekannte Honigbiene, überwiegend keine Staaten bilden, sondern einzeln z.B. in Hohlräumen von Holz, Pflanzenstängeln, in Schneckenhäusern oder in der Erde nisten. Da sie ohne das Zutun des Menschen leben, nennt man sie „Wildbienen“ und grenzt sie dadurch von dem domestizierten Nutztier, der Honigbiene, ab. Ganz ohne Mithilfe des Menschen kommen aber auch die Wildbienen nicht aus: Die Rodung der Wälder und die Schaffung von offenem Kulturland mit Wiesen und Äckern haben die Wildbienen in den zurückliegenden Jahrtausenden in Mitteleuropa gefördert. Sie sind an trocken-warme und offene Landschaften angepasst; in solchen Lebensräumen erreichen sie in Europa die größte Artenvielfalt. Leider hat die Intensivierung der Agrarlandschaft in den vergangenen Jahrzehnten zu einer Beseitigung von ehemals typischen Feld-Strukturen geführt. Feldhecken, Lesesteinhaufen, blütenreiche Wegsäume und unasphaltierte Feldwege – allesamt für Wildbienen wichtige Lebensräume -  sind vielerorts verschwunden. Viele Wildbienen sind heute gefährdet und in ihrem Bestand bedroht.

 

Wildbienen sind in unterschiedlich starkem Maße an Blütenpflanzen als Pollenquelle gebunden. Rund 25% der heimischen Wildbienen-Arten sind Spezialisten und sammeln nur an wenigen Blütenpflanzen-Arten. Sie werden als oligolektische Arten bezeichnet. Typische Pflanzen, an denen oligolektische (spezialisierte) Bienen-Arten in Deutschland sammeln sind Glockenblumen (Campanula spec.), Kreuzblütler, Korbblütler vom Flockenblumen-Typ oder Zungenblütler (Cichorieen), Weiden (Salix spec.) oder Natterkopf (Echium vulgare).

Im Gegensatz dazu stehen die polylektischen Bienen-Arten, die Pollen verschiedener Blütenpflanzen sammeln und deren Larven den Pollen unterschiedlicher Blütenpflanzen verwerten können.

Wildbienen brauchen für die Erzeugung von Nachkommen große Mengen an Pollen: Für den Erhalt einer Population von nur 10 Weibchen der auf Knautien (z.B. Knautia arvensis) spezialisierten (oligolektischen) Sandbiene Andrena hattorfiana wird ein Bedarf von 156 blühenden Knautien-Pflanzen angenommen. Bei dieser Rechnung sind Pollenentnahmen an den Blüten durch konkurrierende Honig- und Wildbienen nicht eingerechnet, weshalb der tatsächliche Bedarf an blühenden Pflanzen höher sein dürfte (Zurbuchen et al 2012, S. 45 ff.)

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In der Roten Liste der Wildbienen von Rheinland-Pfalz (1995) sind 416 Arten enthalten. Seitdem gelangen einige Neufunde und Wiederfunde, so dass der aktuelle Artenbestand 5% höher liegen dürfte. Neufunde sind z.B. Andrena argentata (Reder 2016), Lasioglossum griseolum (Schulte et al 2009), Megachile nigriventris (Burger et al 2012), Megachile  pyrenaea  (Cölln et al 1996). Alte Meldungen von bislang unbestätigten Arten konnten verifiziert werden: z.B. Halictus sajoi, Pseudapis femoralis.

Filzbindige Seidenbiene Colletes fodiens

Knautien-Sandbiene Andrena hattorfiana

Silber-Sandbiene Andrena argentata

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